Erfolgsserie für Corinna Friedrich - im Balanceakt zwischen Spitzenforschung und Familienglück

Eigene Kinder zu bekommen gehört für viele Paare zur Vervollständigung ihrer Familie unabdingbar dazu. Doch oft bleibt dieser Wunsch ein Traum - beispielsweise wenn der Mann unfruchtbar ist. Um den Nebel um ungeklärte (männliche) Unfruchtbarkeitsdiagnosen zu lichten, forscht Dr. Corinna Friedrich seit dreieinhalb Jahren an den zugrundeliegenden genetischen Ursachen. Unser Team am Institut für Reproduktionsgenetik, deren Tätigkeit Corinna federführend koordiniert, konnte nun in sieben Genen eine Begründung für eine fehlerhafte Spermienbildung identifizieren und damit die mögliche Ursache der männliche Unfruchtbarkeit einiger Patienten finden. Das wurde nun mit einer Auszeichnung belohnt: Dem Publikationspreis 2020 der Zeitschrift Andrology.

Die Auszeichnung würdigt die beste Publikation des Vorjahres und wird von der European Academy of Andrology und der American Society of Andrology verliehen. Eine siebenmonatige Kooperation zwischen Münster und der Universität São Paulo in Brasilien untersuchte dabei die Genveränderungen in einer Gruppe von 16 unfruchtbaren Männern. "In unserer Studie haben wir 37 Gene, bei denen wir davon ausgehen, dass sie Störungen der Fertilität begünstigen oder gar verursachen, näher untersucht. In sieben davon konnten wir seltene Genvarianten identifizieren, die möglicherweise verantwortlich für die Unfruchtbarkeit der untersuchten Männer sind", erklärt C. Friedrich.
 

Nicht nur beruflich ist Gruppen- und Projektleitung C. Friedrich herausragend - auch den Balanceakt zwischen Karriere und Familie beherrscht sie vorbildlich: Die 3-fache Mutter erhielt im letzten Jahr erstmalig das Ursula-von-Euch-Stipendium und bekommt damit eine zusätzliche monatliche Förderung von 400€. 2021 wurde das Stipendium um ein weiteres Jahr verlängert. Zusätzlich wurde sie erst kürzlich durch die Gleichstellungsarbeit der Klinischen Forschungsgruppe CRU326 im Rahmen des LabAid-Programms unterstützt. Hierdurch ist die Finanzierung einer studentischen Hilfskraft möglich, die alttägliche Laborarbeiten übernehmen kann.

Mehr Informationen zur News gibt es auf den Seiten der Medizinischen Fakultät, Details zur Publikation gibt es hier. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg!


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